Zwischen Ambition und Rebellion

Karrieren Berliner Kochbuchautorinnen

Ausstattung: Hardcover

Seitenzahl: 192

Illustrationen: 129, 32 Rezepte

Format: 225 mm x 210 mm

ISBN: 978-3-947215-88-1

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Veranstaltungen

Dienstag, 9. November 2021, 16:30 Uhr
Frauen im Aufbruch. Über Hedwig Heyl, ihre Mitstreiterinnen aus der Kochbuchbranche und über Sonderbares aus der Berliner Ess- und Trinkkultur.
Ort: Lyceum Club Berlin, Kunsthaus Dahlem, Käuzchensteig 8, 14195 Berlin

Montag, 6. Dezember 2021, 18:45 Uhr
Frauen im Aufbruch. Berliner Kochbuchautorinnen aus drei Jahrhunderten: Eine Gesellschaftsgeschichte zum Anfassen
Lesung und Vortrag mit Birgit Jochens
Ort: Lietzensee Treff, Bürger für den Lietzensee e.V., Wundtstr. 40-44, 14057 Berlin

Dienstag, 22. März 2022, 14:00 Uhr
Frauen im Aufbruch. Berliner Kochbuchautorinnen aus drei Jahrhunderten: Eine Gesellschaftsgeschichte zum Anfassen
Lesung und Vortrag mit Birgit Jochens
Ort: Interkulturelles Stadtteilzentrum Divan, Nehringstr. 8, 14059 Berlin


"Alle Welt kocht. Dies suggerieren zumindest die dicht bestückten Regale jeder größeren Buchhandlung, in denen sich Kochbücher für die traditionelle, die regionale, die mediterrane, die vegetarische, die vegane, die Diät- oder Slow-Food-Küche, Kochbücher für den Single-Haushalt und Kochbücher, die von Landfrauen und den sozial engagierten „Tafeln“ herausgegeben werden, aneinanderreihen, gefolgt von all den Veröffentlichungen, zu denen sich TV- und andere Starköche veranlasst sehen. Diese Bücher und ihre Autorinnen bzw. Autoren sind es jedoch nicht, die Birgit Jochens’ Interesse geweckt haben. Ihr Blick ist auf historische Kochbücher gerichtet, insbesondere auf solche, die seit den Anfängen des Kochbuchbooms, also vom Ende des 18. Jahrhunderts an, publiziert wurden."

Birgit Jochens macht mit Kochbuchautorinnen bekannt, die großenteils aus dem Blick geraten sind. Darüber hinaus entlockt sie den Kochbüchern ihrer Protagonistinnen, was diese über die Ernährungsgewohnheiten der jeweiligen Zeit verraten und garniert dies mit zeittypischen Rezepten. Mit kleinen Exkursen werden technische, wirtschaftliche und soziale Voraussetzungen beschrieben, die den Rezeptsammlungen zugrunde liegen: Wie wurde in einer „Schwarzen Küche“ gekocht? Wo konnte man in Alt-Berlin Lebensmittel kaufen? Welche Kinderkost hielt man für geeignet?

Jede der zehn Berlinerinnen, die vorgestellt werden, hatte ihre eigenen Motive für das Schreiben eines Kochbuchs, darunter Lina Morgenstern, um 1870 international bekannt als Gründerin von Volksküchen, Hedwig Heyl, eine Fabrikbesitzerin und Protagonistin der Frauenbewegung, und Ottilie Palfy, Inhaberin einer privaten „Irren-Anstalt“. Betrachtet werden auch Vertreterinnen aus den Anfängen weiblicher Kochbuch-Produktion, wie die Verlegerin Friederike Helene Unger und Sophie Wilhelmine Scheibler. Vorgestellt wird zudem Lilo Aureden, eine Bestseller-Autorin der 1950er-Jahre, und Ursula Winnington, die mit exotisch-erotischer Koch-Literatur die DDR-Küche aufmischte und seit der deutschen Wiedervereinigung auch den Westen verführt. Die porträtierten Frauen waren alle Pionierinnen in ihrem Metier und suchten sich zu profilieren, oft in der Auseinandersetzung mit tradierten Rollenbildern. Manchmal ist die Karriere abrupt gestoppt worden, etwa die von Ruth von Schüching, eine der produktivsten Drehbuchschreiberinnen des Stummfilms, die nach 1933 ihrer jüdischen Herkunft wegen zu emigrieren gezwungen war. 

Pressestimmen

[Birgit] Jochens trägt nicht nur entlegene biografische Informationen zusammen und charakterisiert die Kochbücher kundig in Repertoire und Gestus. Sie streut neben zahlreichen jeweils zeittypischen Rezepten auch zehn Exkurse ein, in denen sie einzelne technische, wirtschaftliche und soziale Voraussetzungen der Ernährung in den Blick nimmt und damit die Küchen-Perspektive zur lebensweltlichen weitet.
Walter Schübler, FAZ

Dieses Kochbuch kann man ganz entspannt im Sessel lesen, der Ofen bleibt so lange noch sauber. Ob man bei jedem abgedruckten Rezept Appetit bekommt, ist fraglich, denn für einige braucht man ungewöhnliche Zutaten wie knapp 50 Eier. Aber auf die Lektüre dieses Buches bekommt man von Seite zu Seite mehr Lust, da es unterhaltsam geschrieben ist [...]. Zwischen Ambition und Rebellion. Karrieren Berliner Kochbuchautorinnen von Birgit Jochens lädt zum Schmökern ein.
Christine Schmitt, Jüdische Allgemeine

Wir könnten noch Unmengen von solchen Büchern brauchen, wenn es denn eine kulturell interessierte Szenerie gäbe, die so etwas wirklich tragen könnte. Bücher wie diese lesen sich für Interessierte wie Krimis, sie sind spannend, weil sie den Blick auf Zusammenhänge möglich machen, [...]. Abgesehen davon ist die historische Bebilderung immer ein großer Gewinn.
Jürgen Dollase, eat-drink-think

Eine höchst bekömmliche Vor- oder Nachspeise im Lektüremenü.
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Welche Berliner Straße hat so viele Facetten: Theaterviertel, Schriftstellerdomizil, politischer Brennpunkt, Chinatown, Rotlichtmilieu, Designmeile? Die rund zwei Kilometer lange Kantstraße hat schon einige Ups und Downs hinter sich und ist gegenwärtig dabei, aus dem Schatten des parallel verlaufenden Kurfürstendamms herauszutreten. In den 1890er-Jahren bebaut, war die Kantstraße eine bevorzugte Wohngegend des gehobenen Bürgertums der rasant wachsenden Stadt Charlottenburg, vor allem eine Straße der Musiker, Maler, Bildhauer und Schauspieler. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte mit dem Zuzug osteuropäischer Juden, russischer Einwanderer und chinesischer Studenten eine erste Welle von Migration ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kantstraße zu einer Hauptgeschäftsstraße des Westens. Vom Niedergang in den 1980er-/90er-Jahren hat sie sich inzwischen erholt. Denn seit die City West in den Fokus von Stadtentwicklern und Investorengeraten ist, wandelt sich auch das Image der Kantstraße. Sie ist heute durch einen Mix von Designgeschäften, internationalen Restaurants, Boutiquen und alteingesessenen Fachgeschäften geprägt und hat mit dem Theater des Westens, dem Kant Kino, der Paris Bar, dem Kant-Dreieck und dem stilwerk markante Wahrzeichen. Die Charlottenburg-Kennerin Birgit Jochens lässt anekdotenreich die Geschichte der Straße Revue passieren und geht auf die Vielzahl interessanter Bewohner ein, die niemand dort vermuten würde – wenn etwa vom Besuch eines Friedrich Engels bei Wilhelm Liebknecht die Rede ist, von Rudolf Diesels Technikexperimenten, von den Kabaretts der Weimarer Zeit, vom Widerstand gegen den Nationalsozialismus, vom ersten chinesischen Restaurant ...

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