»Ein ganz und gar episches Buch, ein Memorieren
im Schlendern, ein Buch, für das Erinnern nicht die
Quelle, sondern die Muse war.«Walter Benjamin in der Literarischen Welt (1929)»Langsam durch belebte Straßen zu gehen, ist ein besonderes
Vergnügen. Man wird überspült von der Eile der andern, es ist
ein Bad in der Brandung.« So beginnt Franz Hessel sein Lehrbuch
der Kunst, in Berlin spazieren zu gehen, wie es 1929 auf
dem Umschlag der Erstausgabe von Spazieren in Berlin heißt.Als aufmerksamer Beobachter schlendert Hessel durch das
lärmende Berlin der 1920er-Jahre, läuft über Plätze, durch
Straßen, Fabriken und Parks, besucht den Osten mit seinen
Hinterhöfen und Markthallen, den Westen mit seinen Nachtcafés
und Amüsiertempeln, macht sich mit Spürsinn in die
stilleren Winkel auf und entdeckt Verborgenes. Im Flanieren
streut er passend zu den Gegenständen seiner Betrachtung Interessantes
aus der Berliner Geschichte ein und umgibt so die
Stadtlandschaft mit einem einzigartigen Zauber.Eingeleitet durch sehr persönliche Worte des Sohnes
Stéphane Hessel, Résistance-Mitglied und später langjähriger
französischer Diplomat, und durch ein Vorwort des Herausgebers
Moritz Reininghaus, folgt der Text von Spazieren
in Berlin der Originalausgabe von 1929. Bernd Witte,
Herausgeber der Hessel-Gesamtausgabe, benennt in seinem
Nachwort den Stellenwert von Spazieren in Berlin als eines
der wichtigsten Werke der modernen Metropolenliteratur.
Eva Strittmatter (1930–2011) war eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Lyrikerinnen. Ihre Gedichtbände und Briefe aus Schulzenhof erreichten bereits in der DDR ein Millionenpublikum. Eva Strittmatters literarische Laufbahn begann jedoch nicht in Schulzenhof, sondern bereits in Neuruppin, in der „Stadt, die ich liebte, die mich liebte“. Zeitlebens waren ihr Geburtsort und die märkische Landschaft im Wechsel von Werden und Vergehen Inspirationsquelle für ihre zeitlose Lyrik. Hier entstanden erste Gedichte – über die Natur und ihre erste Liebe, die tragisch endete.Anhand unbekannter Dokumente aus Eva Strittmatters Nachlass, der in der Akademie der Künste aufbewahrt wird, erzählen Gabriele Radecke und Robert Rauh erstmals über diese „frühe Phase der Poesie“ der beliebten Autorin.
Ein Haus erzählt Geschichte und Geschichten – eine Zeitreise
durch mehr als 100 Jahre deutscher Historie, gespiegelt in den
Mauern eines Mehrfamilienhauses an der Krummen Lanke.
1911 als großzügiges Landhaus erbaut, überstand es Hyperinflation,
zwei Weltkriege, politische Umbrüche und kuriose
Eigentümerwechsel: vom Gastwirt zum Buchhändler aus München,
der als Strohmann für einen Schweizer Eishockeystar
fungierte, welcher auch Tennislehrer und Filmdarsteller von Leni
Riefenstahl war, bis hin zu einem Großgaragenbetreiber, der
das Haus dem Land Berlin vererbte. Hier wohnten Professoren,
Militärs, Juristen, Künstler – überzeugte Nazis ebenso wie jüdische
Familien, die um ihr Leben kämpften. Später wurde das
Haus Zuflucht für Missionsschüler, Ort für hitzige Debatten
und schließlich begehrtes Wohn-Eigentum in einer der schönsten
Lagen Berlins.Monika Zimmermann verwebt Archivrecherche und kulturhistorische
Hintergründe zu einem packenden Panorama:
von mondänen Ausflugslokalen am See über die Jahre des Nationalsozialismus
bis zur Nachkriegszeit und den erbitterten
Kämpfen um Wiedergutmachung. Ein Buch für alle, die sich
für Architektur, Stadtgeschichte und die Menschen dahinter
interessieren – und für Leserinnen und Leser, die wissen
wollen, wie ein scheinbar gewöhnliches Haus zum Schauplatz
großer Geschichte wurde.
Als Vierzehnjähriger verließ Daniel Chodowiecki seine Heimatstadt
Danzig und zog ins friderizianische Berlin. Bestens
vernetzt bewegte er sich im historischen Zentrum der preußischen
Hauptstadt und unternahm zahlreiche Reisen. Er avancierte
bald zum erfolgreichsten Grafiker seiner Generation und
engagierte sich für die französische Gemeinde, für Künstlerinnen
und Künstler und nicht zuletzt für die Königliche Akademie
der Künste.Vom damaligen Berlin und Danzig hat sich wenig erhalten,
doch Chodowieckis Werke, Tagebücher und sein umfangreicher
Schriftwechsel erlauben ein Eintauchen in die Zeit. Tausende
kleinformatige Darstellungen eröffnen en miniature
Einblicke in unterschiedliche Facetten bürgerlicher Kultur, von
Architektur über Mode bis hin zu Literatur.Anna Schultz, Leiterin der Kunstsammlung der Akademie
der Künste, begibt sich anlässlich des 300. Geburtstags des
Künstlers auf Spurensuche und spürt Chodowieckis Lebenswelt
im Stadtraum, in Archiven und grafischen Sammlungen nach.
Am 25. Mai 2026 startet unsere Crowdfundig-Kampagne für das Buch. Sie läuft bis einschließlich 19. Juli 2026.Rosenstolz, Gregor Meyle und Tim Bendzko hatten hier ihre
ersten größeren Auftritte, für Bettina Wegner, Jürgen Walter,
IC Falkenberg und Rainer Bielfeldt ist sie bis heute Berliner
Bühnenheimat. Sie ist Konzertsaal, Experimentierort und
Nachbarschaftstreff: die WABE im Ernst-Thälmann-Park.1986 als Kulturhaus eröffnet, in dem vor allem getanzt
und zu Varieté-Veranstaltungen geladen wurde, behauptete
sich die WABE nach der Wende – allen Unkenrufen zum
Trotz – als professioneller Veranstaltungsbetrieb in kommunaler
Trägerschaft. Seither hat sie sich zu einer festen Größe
im Berliner Musikleben entwickelt – bekannt weit über die
Grenzen des Prenzlauer Bergs hinaus. Als Bühne, die künstlerischem
Nachwuchs Chancen eröffnet und zugleich jenen
eine Heimat bietet, die bereits in der DDR Musikgeschichte
mitgeschrieben haben. Als Ort, an dem Rock und Blues
ebenso selbstverständlich gespielt werden wie Jazz, Chanson
und neue experimentelle Musik.WABE-Leiter Marc Lippuner hat für dieses Buch Künstlerinnen
und Künstler, enge Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter,
Menschen aus der Nachbarschaft, ehemalige Mitarbeitende
und treue Gäste gebeten, Anekdoten und Erinnerungen
beizusteuern. Er hat Archive durchstöbert, hat Plakate, Flyer,
Konzeptpapiere, Eintrittskarten – und vor allem Fotografien –
zusammengetragen, um die vierzigjährige bewegte Geschichte
der WABE lebendig werden zu lassen.Ein prachtvoller Bildband, der zu einer musikalischen Zeitreise
einlädt – erzählt von den Menschen, die diesen besonderen
Ort seit vier Jahrzehnten prägen.Mit Beiträgen von Rainer Bielfeldt, Elke Bitterhof, Liane
Düsterhöft, Petra Schwarz, Roman Shamov, Robert Stadlober,
Jürgen Walter, Bettina Wegner, Pascal von Wroblewsky, Arno
Zillmer u. v. a. sowie zahlreichen Bildstrecken und einem ausführlichen
Veranstaltungsregister.
Wie klingt der Landkreis Oder-Spree? Das aktuelle kursbuch oder-spree befasst sich mit der Welt der Töne und Geräusche – zwischen Klassik und Schlager, Orgelbau und Jagdhornblasen bis zu Gehörlosigkeit und Waldesruh. Wer musiziert – auf welche Weise? Wie fühlt es sich an, wenn wir das Leben verstärkt von seiner akustischen Seite wahrnehmen? Welchen Stellenwert haben Musikschulen? Und brauchen wir heute tatsächlich noch Sirenenalarm? Unter dem Titel vom lauschen und lärmen geht das neue kursbuch oder-spree diesen Fragen nach und sucht die Antworten bei den Menschen der Region. Insgesamt 16 Geschichten sind auf diese Weise entstanden, aufgeschrieben von Autorinnen und Autoren wie Ruth Buder, Tina Veihelmann, Uwe Stiehler und Uwe Rada, illustriert von den eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Porträts des Fotografen Andreas Batke (Lotto Brandenburg Kunstpreis Fotografie 2024).